Ein Münzschatz fürs Museum

Funde vom Florenberg wurden mit Hilfe der Stiftung Fuldischer Kulturbesitz erworben

FULDA (jo). Einen ganz besonderen Schatz beherbergt seit Kurzem das Fuldaer Vonderau-Museum: den Münzhort vom Florenberg, bestehend aus 259 sogenannten Brakteaten der Abtei Fulda aus dem frühen 14. Jahrhundert, ergänzt um einen Fund von 293 Hellern, die ebenfalls aus der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen dürften. Beide Depots waren über mehrere Generationen in Familienbesitz, jetzt ist es mit Unterstützung der Stiftung Fuldischer Kulturbesitz gelungen, beide Funde für das Vonderau-Museum zu erwerben.

Bei einem Ortstermin in der Münzabteilung des Museums nahmen Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Museumsleiter Dr. Frank Verse sowie zwei Vorstandsmitglieder der Stiftung, Dr. Gregor Stasch und Martin Schäfer, die Funde in Augenschein. Die Vitrine, in der die Funde präsentiert werden, wurde mit Mitteln des Museumsverbandes Hessen neu angeschafft.

Bei der Präsentation des Münzschatzes (von links): Dr. Gregor Stasch (Vorsitzender der Stiftung Fuldi-scher Kulturbesitz), Museumsleiter Dr. Frank Verse, Martin Schäfer (Vorstandsmitglied der Stiftung) und OB Dr. Heiko Wingenfeld.  / Fotos: Stadt Fulda

Der außergewöhnliche Hortfund von mittelalterlichen Münzen wurde wahrscheinlich unterhalb der Kirche auf dem Florenberg bei Fulda entdeckt und befand sich wohl seit den 1930er Jahren in Familienbesitz. Der Hortfund wurde um 1320 versteckt und besteht aus Brakteaten dreier verschiedener Typen. Die Brakteaten wurden unter drei Fuldaer Äbten geprägt, der Großteil unter Heinrich VI. von Hohenburg. Dabei konnten acht verschiedene Stempelungen nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu späteren Münzen wie etwa dem Heller waren die Brakteaten nur in einem bestimmten Territorium (wie z. B. dem Gebiet der der Abtei Fulda) und auch nur zeitlich befristet gültig.

 Der Depotfund vom Florenberg ist von hoher kultur- und wirtschaftsgeschichtlicher Bedeutung, da er am Übergang von den regionalen Brakteaten- zu den überregional gültigen Hellerprägungen steht. Er hat aufgrund der seltenen Prägungen aber auch einen gewissen materiellen Wert. Die Stiftung Fuldischer Kulturbesitz hat den Ankauf des Münzfunds großzügig unterstützt. Der Hortfund wird in seiner Gesamtheit in einer Vitrine im Münzkabinett des Museums ausgestellt, deren Beschaffung im Jahr 2024 vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie dem Museumsverband Hessen e.V. gefördert wurde.

Übrigens: Zum Fund vom Florenberg ist in den „Fuldaer Geschichtsblättern“ (Jahrgang 99/2023) ein Aufsatz von Manfred Olding erschienen.

Vortrag: „Was, bitte, sind Brakteaten? am 24. Juli

Unter diesem Titel findet  ein Vortrag zum Florenberg-Münzschatz von Bundesbank-Direktor Frank Elster am Donnerstag, 24. Juli, um 19 Uhr, in der Kapelle des Vonderau-Museums statt. Der Eintritt ist frei. Es handelt sich um eine Veranstaltung der „Freunde Museums Fulda e.V.“